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Welche Arten von stationären Ektoparasiten befallen Pferde und
welches sind die Symptome des Befalls?
Milben und Haarlinge sind die häufigsten Ektoparasiten bei Pferden.
Beide treten bei Pferden vorwiegend zum Winterausgang, nach Stallhaltung und bei Tieren mit langem Haarkleid auf. Haarlingsbefall lokalisiert sich vorzugsweise an der Mähne und am Schweifansatz. Man kann dann die Nissen
(Eier) der Haarlinge als weißliche Stippchen in der Größe eines Stecknadelkopfes an den Haaren angeklebt finden oder die lebhaft beweglichen ca. 1,5 mm großen Haarlinge in der Tiefe laufen sehen.
Die Milben sind nur nach Entnahme einer Haar- und Hautprobe
unter dem Mikroskop zu unterscheiden. Am häufigsten sind bei uns heute wieder die Nagemilben (Chorioptes) an langen Behängen in den Fesseln zu finden (Fußräude). Befallene Pferde beißen sich, knabbern und stampfen
auf, da der Milbenbefall
Juckreiz verursacht. Der Befall mit Psoroptes- und Sarkoptesmilben (Körperräude) war in schlechten Zeiten der Kriege ( Kontakt vieler Pferde und Mangelernährung) früher auch bei uns verbreitet. Er ist heute selten geworden. Beide Räuden treten jedoch noch häufiger in östlichen und südöstlichen Ländern auf. Die Körperräude beginnt vorwiegend am Rücken in der Sattellage (Psoroptes) oder im Kopf- Halsbereich (Sarkoptes). Die Räude verursacht heftigen Juckreiz. Es entstehen in fortschreitenden Fällen großflächige Haarverluste und blutig gescheuerte Stellen.
Wie kann man das Übertragungsrisiko gering halten? -
Pferde vor dem Zusammenstellen auf Symptome des Befalls mit Ektoparasiten untersuchen, - Kein gemeinsamer Transport von gesunden und von mit Ektoparasiten befallenen Pferden, - Bei Verdacht des Befalls Pferde
inspizieren und beim Auftreten von verstärktem und häufigem Juckreiz eine diagnostische Untersuchung durchführen.
Welche Behandlungen sind möglich und zu empfehlen? Schon
das einfache Abschneiden oder Scheren der Haare bringt eine wesentliche Verringerung der Parasiten. Es wird damit nicht nur die Zahl der Parasiten reduziert und deren Lebensraum
zerstört, vor allem die Entwicklungsstadien (Eier und Nissen) werden entfernt und damit die Vermehrung unterbrochen.
Es sind die für Pferde in Deutschland zugelassenen
Medikamente wirksam. Für die Diagnose und Verordnung muß der Tierarzt hinzugezogen werden. Die in der Tiefe und von der Haut lebenden Milben (Sarkoptes, Psoroptes) lassen sich am besten mit Hilfe eines systemisch
wirkenden Avermectins ( eines End-Ektozids wie z.B. Ivermectin) abtöten. Der Vorteil ist vor allem die sichere Wirksamkeit am gesamten Körper der Pferde. Schon nach einer Applikation sorgt die lange Wirkungsdauer, auch
für die Vernichtung der sich noch entwickelnden Milben aus den noch abgelegten Milbeneiern.
Oberflächlich auf der Haut und an den Haaren lebende Ektoparasiten,
wie die Fußmilben (Chorioptes) und Haarlinge, werden durch die systemisch wirkenden Präparate (Avermectine) nicht so gut getroffen. Hier ist
die Anwendung von insektiziden Waschungen oder die Kombination mit diesen erfolgversprechender. Bei Pferden ist der Wirkstoff Permethrin zur Anwendung zugelassen. Er ist in der Wellcare-Emulsion zur Fliegenbekämpfung für Pferde verfügbar. Auch wenn die Indikation zur Behandlung anderer Ektoparasitenarten als Indikation nicht vorgesehen ist, so stellt der darin enthaltene Wirkstoff Permethrin jedoch ein hervorragendes Kontaktinsektizid mit Wirkung gegen alle Ektoparasiten dar. Nach Waschung der befallenen Körperstellen sterben die Haarlinge und Milben durch Kontakt mit dem Präparat ab. Eier und Nissen werden jedoch nicht vernichtet. Es sind daher wenigstens zwei, bei starkem Befall besser drei Behandlungen in wöchentlichem Abstand notwendig.
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